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Eine innerstädtische Alternative zur Gartenstadt

Röda Bergen

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war dieser Teil unbebauter Stadtrand mit ländlichem Charakter. Im Lindhagensplan (Masterplan von Albert Lindhagen zur Neugestaltung von Stockholm) von 1866 ist dieser Teil unbeplant; die hügelige Topographie erschwerte die Integration in das damalige Stadtplanungsideal mit geraden Achsen, rechteckigen Quartieren, Esplanaden und sternförmigen Plätzen.

Gegen 1900 entstanden neue stadtplanerische Konzepte als Teil einer romantischen und humanistischen Strömung, u.a. aufbauend auf den Ideen des österreichischen Stadtplaners Camillo Sitte. Statt kompromisslos gerade Straßen und Quartiere waren nun weiche Straßenführung, die auf die Topograhie reagierte, kleinmaßstäblichere Bebauung und Integration von Grünflächen in Mode. Sittes Ideen hatte der der Stadtplaner Per Olof Hallman in Stockholm eingeführt. Die ersten Vorschläge für Röda Bergen wurden von Hallman 1909 präsentiert. Er sah zwei Bereiche für Eigenheime vor, die von 4-5 geschossigen Mietwohnungen von den Verkehrsachsen abgeschirmt wurden. Im westlichen Teil wurden größere Bereiche freigelassen, in denen öffentliche Gebäude, z.B. Schule oder Kirche, platziert werden sollte. Diese wurden jedoch nie gebaut. Die Straßenführung ist ein klarer Kontrast zum Lindhagenplan mit seinen geraden Achsen, stattdessen schmiegt sich die Bebauung und die Straßen an das vorhandene Terrain an und schafft so immer neue Sichtbezüge and Perspektiven.

Vermutlich arbeitete Hallman mit Mauritz Hammarberg zusammen, der zwischen 1906 und 1936 Stadtgartenbaumeister in Stockholm war. Städtebau, Architektur und Landschaft wirken dadurch als Gesamtkomposition zusammen.

Hallmans erster Plan wurde nicht umgesetzt. Erst 1922 entstand der noch heute gültige Bebauungsplan, der von Sigurd Lewerentz erstellt wurde. Statt Eigenheime schlug er durchgängig Mehrfamilienhäuser vor, und auch die Ausformung des Stadtteils war geradliniger und rationaler als der ursprüngliche Vorschlag. Dennoch versprach auch dieser Plan eine ländliche Idylle mitten in der Stadt. Anders als der Stadtteil „Lärkstaden“, (in Östermalm, der ebenfalls von Hallman entworfen wurde und sich mit seinen Townhouses eher an gut situierte Bewohner richtete) wurde Röda Bergen als Arbeiterstadtteil konzipiert.

Ursprünglich hatten die Erdgeschosswohnungen grüne und weiße Fensterläden, die Fassaden wurden in kräftigen erdigen Farben gestrichen. Auch gab es in einigen Erdgeschossen Läden.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

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Die Wohngebäude in Röda Bergen wurden in den 20er Jahren von fünf Bostadsföreningar (Wohungsgenossenschaften) gebaut; ihr Standard war für diese Zeit sehr hoch, u.a. gab es in jeder Wohnung ein WC und Dusche, Warmwaser und Zetnralwärme, die Küche hatte vorgefertigte standardisierte Kücheneinbauten, ein Marmorspülbecken und einen Gasherd. Dass die Baukosten dadurch etwas höher waren wurde in Kauf genommen. Zusätzlich gab es gemeinsame Wäscheräume (Tvättstuga) mit Waschmaschinen und anderen Geräten zur Wäschepflege.

1936 wurde der Bau des Stadtteils mit der Errichtung des letzte Gebäudes abgeschlossen.

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